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Erbpacht - Vorzüge und Tücken

Erbpacht - Vorzüge und Tücken

11.12.2018 / Immo-News

Den Traum des Eigenheims haben viele unter uns und bei der Verwirklichung dieses Traumes gibt es viele Möglichkeiten. Die sogenannte Erbpacht ist eine dieser vielen Möglichkeiten, die jedoch nicht jedem bekannt ist, aber in Zeiten von angespannten Immobilienmärkten immer beliebter wird. Erbpacht ist eine einfache Möglichkeit, ein Grundstück eines anderen, über einen Zeitraum von meist 50 bis 99 Jahre, gegen Zahlung eines Erbbauzinses nutzen zu dürfen. Das heißt, der Immobilienkäufer erwirbt durch die Erbpacht eine Immobilie und deren lebenslängliche Nutzungserlaubnis, allerdings nicht den Grund auf dem sich diese Immobilie befindet. Der Grundstückseigentümer erhält im Gegenzug monatlich, oder jährlich eine Pachtgebühr – den Erbpachtzins – vom Käufer. Dieser beträgt meist ca. 3 bis 5 Prozent des Grundstückswertes und wird, bei Eintragung der Erbpacht in das Grundbuch, vertraglich festgehalten.

Häufig sind Inhaber solcher Grundstücke Kirchen, Kommunen oder Institutionen, die diese Grundstücke als Geldanlage nutzen. Ebenso gibt es aber auch private Verpächter, bei welchen jedoch meist das private Interesse im Wege steht, wenn es um eine Vertragsverlängerung geht. In Deutschland befinden sich circa fünf Prozent der Wohngebäude auf Erbpachtgrundstücken. Bei circa 80 Prozent davon ist die Kirche oder gemeinnützige Einrichtungen Eigentümer.Gerade für Menschen mit geringem Eigenkapital oder schwachem Einkommen ist die Erbpacht, oder das Erbbaurecht eine günstige und einfache Möglichkeit ein Eigenheim zu errichten. Der Immobilienpächter erwirbt hierbei ähnliche Rechte wie ein Eigentümer des Grundstücks. Das Grundstück darf selbst genutzt, vermietet oder vererbt werden. Nach Absprache mit dem Eigentümer, darf die Immobilie umgebaut, beliehen oder verkauft werden. Allerdings hat der Pächter mit Vertragsabschluss auch Pflichten zu erfüllen. Diese sind zum Beispiel die pünktliche Zahlung des Erbpachtzinses oder die Erhaltung des Gebäudes und Grundstückes. Hält er diese nicht ein, kann der Verpächter den Vertrag vorzeitig beenden. Läuft der Vertrag der Pacht aus, geht das Grundstück und dessen gesamter Bestand an den Eigentümer, den Verpächter über. Für die Immobilie, welche auf dem Grundstück errichtet worden ist, ist eine Entschädigung von mindestens 2/3 des Verkehrswertes der Immobilie an den ehemaligen Pächter zu leisten. 

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick, über die Vor-, und Nachteile der Erbpacht. 

                 

Vorteil Nachteil
Ersparnis in Zeiten hoher Bauzinsen In Niedrigzinsphase oft teurer als Grundstückskauf 
Mehr Eigenkapital für den Hausbau verfügbar, da Grundstück nicht gekauft werden muss  Erbbauzins steigt während der Vertragslaufzeit und auch bei Verlängerung an 
Tw. Vergabe nach sozialen Kriterien (z.B. bei kirchlichen Grundeigentümern) „Miete auf Lebenszeit“ 
Je nach Region Zugang zu Grundstücken in attraktiven Lagen Mitspracherecht des Grundstückseigentümers
Kann vererbt oder verkauft werden  Grundstück bleibt Eigentum des Erbpachtgebers
  Bei geringer Restlaufzeit des Pachtvertrages schwierig zu verkaufen
   

Textquelle: 

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/erbpacht-haus-ohne-boden-14931581.html