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Wohnungsmangel in Städten: Lösungsansatz – Wohnraum über Supermärkten

Wohnungsmangel in Städten: Lösungsansatz – Wohnraum über Supermärkten

12.09.2018 / Immo-News

Fast jede boomende Stadt in Deutschland hat derzeit mit fehlendem Wohnraum zu kämpfen. Die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum überschreitet längst das Angebot. Dies führt zu extremen Preissteigerungen von Bauland. Allein in Freiburg fehlen aktuell bis 2030 rund 18.600 Wohnungen (empirica Studie: „Wohnungsbedarfsanalyse und Wohnungsnachfrageprognose“). Bundesweit sind es sogar bis zu 1,2 Million.  Zahlreiche Maßnahmen von Politik und Wirtschaft haben bislang nicht zu gewünschtem Erfolg geführt. Nun steht seit geraumer Zeit ein vielversprechender Lösungsansatz im Raum – „Wohnen über Supermärkten und Discountern“. 

Viele beschreiben die Idee als simpel und genial zugleich. Man nutzt die Flächen auf den meist eingeschossigen Supermärkten in begehrter Lage und schafft über diesen neuen Wohnraum.

Nach einer Studie der TU Darmstadt befinden sich in den Zentren der 70 größten deutschen Städte etwa 11.000 Supermärkte, knapp 3.800 eignen sich zur Aufstockung. Ein Potential von etwa einer Million neuen Wohnungen bundesweit.

In vielen Städten, darunter auch Freiburg, wird dieses Prozedere bereits umgesetzt, meist unter großer Zustimmung der Bevölkerung. Frankfurt und Berlin agieren hier jedoch als bundesweite Spitzenreiter. Als Beispiel für Freiburg dient ein Supermarkt im jungen Stadtteil Rieselfeld, über welchem sich 57 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe befinden. Dieses Projekt wurde bereits 2013 realisiert.

Die Supermarktketten kommen durch Aufstockung ihrer Märkte mit Wohnungen leichter an städtische Baugenehmigungen und können so auch in Zukunft in den Innenstädten präsent sein. Zudem können Sie durch die generierten Mieteinnahmen zusätzliche Gewinne erwirtschaften.

Die Wohnraumsuchenden profitieren hingegen von innerstädtischem, bezahlbarem Wohnraum, der Ihnen sonst wohl verwehrt bliebe.

Aufgrund dessen wird in diesem Zusammenhang auch von renommierten Immobilienwissenschaftlern und Wirtschaftsexperten von einer Win-win- Situation für Bürger und Lebensmitteleinzelhandel gesprochen.

 

Der Trend des Wohnens auf einem Supermarkt oder Discounter fasst in Deutschland immer mehr Fuß. In Zukunft wollen vor allem Städte, wie Frankfurt und Berlin, diesen Lösungsansatz für bezahlbaren Wohnraum immer stärker ausbauen. Die Potentiale sind gegeben, nun bleibt abzuwarten, wie Städte und Kommunen reagieren.

 

Quellen:

Technische Universität Darmstadt

Wohnungsmarktbericht Freiburg im Breisgau

empirica Forschung und Beratung

Wirtschaftswoche

Bayrischer Rundfunk

Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann: „Wohnraumpotentiale durch Aufstockung“

Stadtentwicklung Berlin