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Leerstand im ländlichen Raum

Leerstand im ländlichen Raum

07.02.2020 / Immo-News

Auf der einen Seite spricht man von Wohnungsmangel in Großstädten, auf der anderen Seite von Leerstand im ländlichen Raum.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland stieg in den letzten Jahren immer weiter und trotzdem leidet der ländliche Raum unter Bevölkerungsschwund. Dies hat nicht nur die aktuelle negative Bevölkerungsentwicklung als Ursache, sondern auch die Entscheidung, insbesondere von jungen Leuten, vom Land in die Großstadt zu ziehen. Gründe für solche Entscheidungen sind die attraktiven Aussichten, welche ein Großstadt im Gegensatz zum Land bietet: Mehr Ausbildungsplätze und Hochschulen, bessere Berufsperspektiven und ärztliche Versorgung oder auch einfach das breiter aufgestellte Freizeit- und Kulturangebot. Die Folge dieser Migration sind jedoch Leerstände auf dem Land.

Diese Leerstände bringen ansässige Wohnungsunternehmen in eine kritische Situation. Viele weisen teilweise zweistellige Leerstandquoten auf und sind dadurch in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet.

Ländliche Gebiete im Umkreis großer Städte weisen dagegen weniger negative Entwicklungstrends auf. Die Ursachen hierfür sind auf wesentliche Voraussetzungen, wie eine gute Verkehrsanbindung, schnelle Internetverbindungen und niedrige Preise und Mieten zurückzuführen.

Es ist davon auszugehen, dass der Leerstand in vielen Regionen Deutschlands bis 2030 weiter zunimmt. Eine besonders starke Zunahme wird in den ländlichen Gebieten erwartet. Um diesem Trend entgegenzuwirken muss ein Strategiewechsel in Erwägung gezogen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangsituationen im ländlichen Raum, gibt es jedoch keine Patentlösung zur Verbesserung der Situation. Trotzdem gibt es durchaus verschiedene Ansätze, durch welche die Attraktivität solcher Gebiete gesteigert werden kann. Um die Erreichbarkeit und die Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in den strukturschwachen Regionen zu verbessern sind die Anbindung an Großstädte und die Versorgung mit leistungsfähigen Internetverbindungen von großer Bedeutung. Gleichzeitig muss jedoch auch eine Anpassung an die insgesamt schrumpfende Bevölkerung stattfinden, welche eine demografiegerechte Dimensionierung der Infrastruktur zum Ziel hat.

Quelle: DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe Januar 2020