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Friständerung für Mietspiegel

Friständerung für Mietspiegel

12.11.2019 / Immo-News

Unter der Führung von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), wurde ein Gesetzesentwurf beschlossen, welcher eine Verlängerung des Betrachtungszeitraumes für die ortsübliche Vergleichsmiete bei der Erhebung von Mietspiegeln bewirkt. Anstatt der bisher betrachteten vier Jahre, sollen nun die Mieten der vergangenen sechs Jahre, welche in Mietverträgen bezeichnet wurden, in die Berechnungen einfließen. 

Kurzfristige Schwankungen des Mietmarkts sollen sich damit geringer auf die ortsübliche Vergleichsmiete auswirken.

Zudem soll der Gesetzesentwurf auf Wohnungsmärkten mit stark steigenden Angebotsmieten zu einem gedämpften Anstieg der Vergleichsmiete führen.

Eine noch nicht konkret ausgearbeitet großzügige Übergangsregelung soll dazu dienen, dass auch nach dem Inkrafttreten der Neuregelung, bestehende Mietspiegel, sowie gerade zu erstellende Mietspiegel, verwendet werden können.

Durch den Gesetzesentwurf müssen die Vermieter mit deutlichen Einbußen rechnen, als auch mit Minderausgaben für die Mieter.

Schon im September 2018 war ein Beschluss für die Verlängerung des Betrachtungszeitraums für Mietspiegel Thema auf dem Wohnungsgipfel. Ebenso wird eine umfangreiche Reform der gesamten Mietspiegelerhebung in den Ministerien erarbeitet. Gerade Wohnungsverbände kritisieren diesen Entwurf und sehen das Vorgehen als hinterrücks eingeführt dämpfende Regulierungsinstrumente für den Wohnungsmarkt.

Die Mietspiegelwerte tragen an großer Bedeutung und werden als ein kritischer Punkt betrachtet, da sie Basis für die Berechnung der Mietbremse bilden.

 

Quelle: Immobilienzeitung Ausgabe 43/2019